Also known as platform reset attack
Seitenkanalattacke in der Kryptographie
Die Kaltstartattacke oder der Kaltstartangriff (englisch cold boot attack) bezeichnet in der Kryptologie eine Seitenkanalattacke, bei der ein Angreifer mit physischem Zugang zum Zielrechner Inhalte des Arbeitsspeichers ausliest, nachdem das System abgeschaltet wurde. Sie basiert auf der Datenremanenz in gängigen RAM-Modulen, in denen sich Ladung unter bestimmten Bedingungen (oder schon allein durch Fertigungstoleranzen bedingt) nicht innerhalb von Millisekunden, sondern nach und nach langsam über Sekunden bis Minuten verflüchtigt und die Dateninhalte aus den Speicherzellen eventuell nach einigen Minuten noch erfolgreich vollständig ausgelesen werden können. Je nach Rechner können solche Reste nach mehreren Sekunden bis Minuten ohne Strom aufgefunden werden. Kühlung der Speichermodule verlängert die Remanenzzeit drastisch. Nach einer Behandlung der Module mit Kältespray halten sich die Inhalte viele Minuten lang. Bei einem im Juli 2008 auf der USENIX-Konferenz vorgestellten Angriff gelang es Forschern der Princeton-Universität, direkt nach einem Kaltstart Daten noch forensisch auszulesen.Für den Angriff wird der Zielrechner mit einem minimalen Betriebssystem kalt neugestartet. Weil dieses Mini-System nur wenig Speicher verbraucht, lässt es einen größtmöglichen Teil des Speichers unberührt, wodurch der unbenutzte Speicher noch genau das enthalten kann, was vor dem Neustart dort gespeichert war. Aus den ausgelesenen Daten können dann die kryptographischen Schlüssel zu verschlüsselten Daten extrahiert werden, auf die im Moment des Systemabsturzes gerade Zugriff bestand. Das könnten zum Beispiel die Schlüssel von Full-Disk-Encryption-Systemen sein.
Abstract from DBpedia / Wikipedia · CC BY-SA
Discovered by embedding cosine similarity (sentence-transformers MiniLM, 384-dim).