Front Running
Sign in to saveverbotene Börsenhandelspraxis
Article · Deutsch
Das Frontrunning ist ein Anglizismus, der im Börsenhandel das Ausnutzen des vertraulichen Wissens um die Handelsstrategie des Auftraggebers (vor der Durchführung der in Auftrag gegebenen Wertpapierorder) durch den Vertreter des ausführenden Instituts zum eigenen Vorteil bezeichnet. Beispielsweise führt eine große Kauf-Order auf engen Märkten zu einem überproportionalen Preisanstieg des betroffenen Werts. In diesem Wissen kann ein Börsenmakler vor einem solchen großen Kaufauftrag zuerst für das Eigenhandelskonto Werte kaufen, um vom Preisanstieg der nachfolgenden Order zu profitieren (und steigert so bereits den Preis zu Ungunsten des Mandanten). Wird der private Auftrag zeitgleich erteilt, spricht man vom Spezialfall des Parallel Running. Nutzt man das Frontrunning im Zusammenhang mit Zeitunterschieden von Bruchteilen einer Millisekunde, z. B. durch besonders nahe Platzierung von Handelsrechnern neben den Börsenrechnern oder andere technische Eingriffe, so spricht man von Hochfrequenzhandel, einem Vorgang, der durch ein 2014 erschienenes Buch von Michael Lewis eine breite Diskussion in der internationalen Öffentlichkeit hervorrief.
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