Paul Hirsch
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Paul Hirsch | Stolpersteine in Berlin
stolpersteine-berlin.de →Auf der Seite „Stolpersteine Finden“ bieten wir eine Karte an, die über Maptiler eingebunden wird. Paul Hirsch, der spätere preußische Ministerpräsident, wurde als Sohn des Kaufmanns Nathan Hirsch und seiner Ehefrau Lina, geb. Pincus, am 17. November 1868 in Prenzlau (Uckermark) als eines von fünf Kindern geboren. Später zog die Familie nach Berlin, wo er das Gymnasium „Zum Grauen Kloster“ besuchte. Nach dem Abitur studierte er zuerst Medizin, dann Nationalökonomie. Das Studium finanzierte er als Stenograf im Preußischen Landtag, als Schriftsteller und Herausgeber einer Parlamentskorrespondenz. Nach Publikationen zu Fragen der Stenografie veröffentlichte er im Alter von 29 Jahren, 1897, sein erstes sozialpolitisches Werk „Verbrechen und Prostitution als soziale Krankheitserscheinungen“, worin er sich gegen die Auffassung vom „geborenen Verbrecher“ wandte. Neben seiner praktischen politischen Tätigkeit verfasste er noch eine Vielzahl von Arbeiten zur Sozial- und Kommunalpolitik und zur Geschichte und Politik der Sozialdemokratie. Im Januar 1900 wurde er für die Sozialdemokratische Partei Stadtverordneter in Charlottenburg und 1921 stellvertretender Bürgermeister. Paul Hirsch setzte sich für die Teilnahme seiner Partei an den Wahlen zum Preußischen Abgeordnetenhaus auch unter den Bedingungen des Dreiklassenwahlrechts ein und gehörte 1908 zu den ersten sieben sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten. Diese hatten 23,87% der abgegebenen Stimmen erhalten, während den Konservativen mit 14,5% der Stimmen 152 Mandate zufielen. 1911 wurde er Fraktionsvorsitzender. Trotz seiner vielfachen Ausgleichsbemühungen kam es 1917 zur Spaltung in eine „Unabhängige“ (USPD) und eine „Mehrheitssozialdemokratische“ (MSPD) Fraktion. Als Führer der MSPD im Abgeordnetenhaus bildete er im November 1918 die preußische Revolutionsregierung aus je drei Vertretern der USPD und der MSPD. Er leitete das Staatsministerium (als preußischer Ministerpräsident) und das Innenministerium (bis 25.3.1919). Die Entlassung des der USPD angehörenden Polizeipräsidenten von Berlin, Emil Eichhorn, nach dem Austritt der USPD aus der Regierung Ende Dezember 1918 führte zu den Berliner Januarunruhen 1919. Am 26.1.1919, eine Woche nach der Wahl zur Nationalversammlung, fand die Wahl zur Preußischen Landesversammlung statt, mit dem Ergebnis einer Regierung der „Weimarer Koalition“ unter Ministerpräsident Hirsch. Die im November 1918 begonnene Politik der Sicherung von Ruhe und Ordnung und der demokratischen und sozialen Reformen wurde fortgesetzt, die revolutionäre Linke bekämpft. Nach dem Kapp-Putsch im März 1920 trat die Regierung, der Nachgiebigkeit gegenüber den reaktionären Militärs vorgeworfen wurde, zurück. Anschließend arbeitete Paul Hirsch ein Jahr im Reichswohlfahrtsministerium, um sich dann als stellvertretender Bürgermeister in Charlottenburg der Kommunalpolitik zuzuwenden. Direkt nach der Revolution hatte er schon als Innenminister die Weichen gestellt für die Schaffung der Stadtgemeinde Berlin, auch Groß-Berlin genannt. Er galt somit in seiner Partei als Spezialist auf dem Gebiet der kommunalen Neuordnung. Für diese Aufgabe wurde er mit den Stimmen der SPD, DDP, KPD und der Kriegsopferpartei am 22. Juli 1925 zum stellvertretenden Bürgermeister in Dortmund gewählt. Hier leitete er 1928 die nach Berlin zweitgrößte kommunale Gebietsreform Deutschlands. Als Landtagsabgeordneter konnte er die positive Entwicklung der Stadt unterstützen und vor allem Kunst und Wissenschaft fördern. Ein Jahr vor der regulären Zeit, zum 1. November 1932, reichte er aus gesundheitlichen Gründen ein Pensionsgesuch ein. Im April 1933 versuchte der Regierungspräsident in Arnsberg, ihm seine Pension zu entziehen. Hirsch gelang es, seinen Anspruch auf Fortzahlung gerichtlich durchzusetzen, allerdings nur bis zum Mai 1934. In Berlin trat er später aus Solidarität mit den Verfolgten wieder in die Synagogengemeinde ein, die er nach der Revolution verlassen hatte und betätigte sich in der jüdis
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- Paul Hirsch um 1920.jpg
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- date of birth
- 1868-11-17
- date of death
- 1940-08-01
- Commons category
- Paul Hirsch
- name in native language
- Paul Hirsch
- described at URL
- www.stolpersteine-berlin.de/biografie/7375
Sources (2)
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