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Potsdam Giants

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Prussian regiment of tall soldiers

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Lange Kerls - brandenburgikon.de

Wer waren die Langen Kerls? Das wusste man früher nicht nur in Potsdam; das weiß man jedenfalls dort noch heute. Sie wurden zum ambivalenten Erinnerungsbegriff der brandenburgpreußischen (Militär-)Geschichte, sind als deren schier mythisches Markenzeichen auch im politisch demokratisch gründlich gewandelten Raum präsent.

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Wer waren die Langen Kerls? Das wusste man früher nicht nur in Potsdam; das weiß man jedenfalls dort noch heute. Sie wurden zum ambivalenten Erinnerungsbegriff der brandenburgpreußischen (Militär-)Geschichte, sind als deren schier mythisches Markenzeichen auch im politisch demokratisch gründlich gewandelten Raum präsent. Was machte diese Erinnerung aus?1 Im Kern eine außerordentliche Körpergröße, wie sie exklusive Truppenkader seit Goliaths Zeiten aus optischen Gründen gern zum Einstellungskriterium erhoben.2 Darüber hinaus wurde über die Rezeption antiker Militärliteratur im Zuge der Oranischen Heeresreform des 16. Jahrhunderts in vielen europäischen Armeen das Ideal des Miles ostensionalis heimisch, bei dem nicht nur die physische Kraft des großgewachsenen Waffenträgers, sondern auch sein ästhetisch schönes Gesamtaussehen als Indikatoren für Gesundheit und Diensttauglichkeit in Betracht kamen. Gleichzeitig verlagerte sich das Schwergewicht im landesherrlichen Gewaltpotential immer mehr von der Kavallerie auf die Infanterie, die, in Regimentern und Bataillonen formiert, mit dem Feuer ihrer Steinschlossflinten Schlachten entschied. Unter diesen Vorzeichen gingen die Kombattanten des Spanischen Erbfolgekrieges (1701–1714) nach französischem Vorbild dazu über, innerhalb ihrer Fußtruppen die besonders vorzeigbaren Soldaten als Grenadiere aufzustellen. Sie bildeten eine kampferprobte Elite, die im Unterschied zu Musketieren oder Füsilieren nicht nur am Gewehr zu hantieren vermochten, sondern auch den Handgranatenwurf verstanden. Deshalb trugen sie als Kopfbedeckung keine breit ausladenden, für das Werfen hinderlichen Dreispitze, sondern hohe schmale Mützen mit versteiftem Vorderschild.3 Wie konnte man sich mit großen, schönen, elitären Soldaten in der Konkurrenz der europäischen Machtstaaten mit Blick auf das um 1700 eingependelte Patt von Blank- und Feuerwaffen ein taktisches Plus verschaffen, das die eigene Überlegenheit in der militärisch legitimen Gewaltanwendung garantierte? An der Problemlösung tüftelten viele Troupiers, im preußischen Lager zum Beispiel Fürst Leopold von Anhalt-Dessau. Er stellte die ästhetische Körpergrößenforderung in den Kontext waffentechnischer Faktoren und taktischer Exerziervorgaben. Das optimierte den Gebrauch einer möglichst langläufigen Vorderladerfeuerwaffe nach der Formel: Große Männer = lange Armspannweiten × Dauerdrill = schnelle und weittragende Chargierung.4 Natürlich kamen auch seine Fachkollegen auf diesen Dreh, aber nur König Friedrich Wilhelm I. in Preußen (1688–1740; reg. ab 1713) nahm die damit verbundene Kardinalfrage ernst: die Beschaffung des größengeeigneten Rekrutenpotentials für eine nach Maßgabe des Staatshaushalts Zug um Zug vergrößerte Armee. Das stellte die zeitgenössisch übliche Praxis des militärischen Ersatzgeschäfts auf den Kopf, die dessen Bedarf möglichst in sozial und ökonomisch entbehrlichen Unterschichten zu decken suchte. Die Preußen holten dagegen nach dem Diktat der jährlich kontrollierten Maße im In- und Ausland möglichst großgewachsene Männer zu den Fahnen, ohne Rücksicht auf ihre sozialen und wirtschaftlichen Relevanzen. Im Normalfall lief das auf einen gutwilligen Überredungsakt mit Hilfe saftiger Handgelder hinaus; im Notfall auf rücksichtslose Zugriffe mit menschenräuberischer Gewaltanwendung. Dagegen erhoben sich diesseits und jenseits der Landesgrenzen Proteste und zum Teil handhafter Widerstand, bis zumindest in den preußischen Territorien eine nach ökonomischen Vorgaben geregelte Rekrutenaushebung im Rahmen des Kantonsystems 1733/35 die Lage allmählich beruhigte. Unterdessen wurden auf den Exerzierplätzen zwischen Wesel und Memel Feuerfolge und Vorwärtsbewegung der blauberockten Infanterie nach ständig verbesserten Reglements immer mehr perfektioniert, mit geduldiger Anleitung oder Stockschlägen, je nach Erfordernis. Im Zusammenwirken aller dieser Faktoren entstand in den Garnisonen, sei es im zwangsweise belegten Bürgerquartier, sei es im Wohnraum von

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Image
Langer Kerl Schwerid Rediwanoff.jpg
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Commons category
Potsdam giants
inception
1675-00-00
dissolved, abolished or demolished date
1806-00-00
nickname
Lange Kerls
native label
Altpreußisches Infanterieregiment No. 6
Sources (3)

via Wikidata · CC0

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